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Nordstraße feiert ihren 100. Geburtstag

(WK 7.6.2010) Steffensweg: Stolze 100 Jahre - solch einen Geburtstag kann man nicht alle Tage feiern. Eine komplette Woche lang beschäftigten sich deshalb die rund 200 Schüler der Schule an der Nordstraße auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema „100 Jahre". Die Kinder übten die alte preußische Sütterlinschrift ein, forschten nach fast vergessenen Kunstwerken und Poesiealbumsprüchen und probierten althergebrachte Kinderspiele wie „Hinke Pinke", „Himmel und Hölle“ oder Murmelspiele und Stelzenlaufen aus. Und natürlich standen - genau wie früher - auf dem Pausenhof Mädchen und Jungen wieder getrennt auf zwei Seiten.

Im Schulmuseum Bremen erlebten einige der Schüler, wie es beim Unterricht in einer typischen Bremer Kaiserzeitschule zuging. Außerdem kamen ehemalige Schüler im Alter von 37 bis 80 Jahren zu Besuch in die Nordstraße, um den Kindern zu erzählen, wie ihre Schule früher ausgesehen hat, wer dort schon die Schulbank drückte und welche Erfahrungen die Ehemaligen mit ihren Lehrern gemacht haben.

Gemeinsam mit Studierenden der Universität Bremen und dem Filmemacher Ralf Schreier drehten Schüler der Klasse 4c sogar einen Film zur 100-jährigen Geschichte ihrer Schule und erlebten dabei alle Stationen „echter“ Regiearbeit: Planen, Script entwickeln, die Ehemaligen aufspüren und um ein Interview bitten. Und natürlich: Einen eigenen Clou erfinden! Auch dieser rund 25-minütige Film wurde natürlich vorgeführt, als dann am Freitagnachmittag unter strahlend blauem Himmel rund um das 100 Jahre alte schöne rote Backsteingebäude Kinder, Eltern und Lehrer nochmal richtig Geburtstag feierten.

Es gab. Theatervorführungen und Live-Musik. Äußerst maritim in Fischerhemden gewandet gab - passend zum alten Hafenquartier gleich gegenüber - der Lehrerchor Lieder vom „Knallroten Gummiboot" bis zum Evergreen „Junge, komm bald wieder" zum Besten.

Und nicht nur viele Schulleiter und Lehrerkollegen von anderen Waller Schulen waren unter den Gratulanten. Auch Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) war nach Walle gekommen, um der „alten Dame" höchstpersönlich ihre Glückwünsche und einen Geburtstagsscheck über 1000 Euro zu überbringen und die Ergebnisse der Projektwoche zu begutachten.

Am 1. April 1910 fand die erste Schulkonferenz statt, das Thema damals: Die Planung der Schuleinweihungsfeier. Bis zum 2. Juni 1954 hieß die Schule offiziell „Schule am Holzhafen". Am 3. Juni 1954 dann kam sie zu ihrem heutigen Namen.